Konferenz: „Prämissen des Migrationsrechts: Juristische und philosophische Perspektiven“

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Konferenz: „Prämissen des Migrationsrechts: Juristische und philosophische Perspektiven“
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September 30 & Oktober 1 2016

Konferenz: „Prämissen des Migrationsrechts: Juristische und philosophische Perspektiven“

Konferenz: „Prämissen des Migrationsrechts: Juristische und philosophische Perspektiven“

Eine Veranstaltung der Forschungsgruppe Justitia Amplificata der Goethe-Universität Frankfurt und dem Law and Society Institute der Humboldt-Universität Berlin

Organisatoren 

Frederik v. Harbou & Jekaterina Markow

Veranstaltungsort 

Auditorium, Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Geschwister-Scholl-Straße 3, 10117 Berlin

Thema der Konferenz

Während die politische, soziale und juristische Relevanz des Themas Migration zunehmend Anerkennung findet, sind hinsichtlich der theoretischen Durchdringung des Migrationsrechts – sowohl im Hinblick auf bestehende Regelungen als auch auf normative Desiderate – bislang allenfalls Ansätze zu erkennen. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass es kaum ein anderes Rechtsgebiet gibt, in dem sich verschiedene Positionen derart unversöhnlich gegenüberstehen. Abzulesen ist dies etwa an den zahlreichen emotional aufgeladenen Debatten um Migration, in deren  Zentrum häufig politische Kampfbegriffe wie „Überfremdung“, „Leitkultur“, „Parallelgesellschaft“, „Multikulti“, „Festung Europa“ oder „Open / No Border“ stehen.

Die Prämissen und Grundbegrifflichkeiten der gegenwärtigen deutschen Migrations(rechts)debatte auszuformulieren und Alternativen zu identifizieren, mag demgegenüber zu einer Versachlichung des Diskurses beitragen. Erst das Verständnis der Binnenstruktur des gegenwärtigen deutschen Aufenthalts- und Asylrechts ermöglicht dessen tiefgreifende Analyse und fundierte Kritik: Hochproblematische ethische Prämissen – z.B. die Annahme moralisch relevanter Ungleichheiten von Menschen – werden in ihrer ganzen Tragweite oft erst bei der kritischen Arbeit am konkreten Rechtsbegriff sichtbar.

Vor diesem Hintergrund versammelt diese interdisziplinäre Konferenz sowohl Beiträge, die das geltende Migrationsrecht auf seine rechtsimmanenten Ziele, Zusammenhänge und Widersprüche befragen, als auch solche, die die gesellschaftlichen und  normativen Bedingungen dieses Rechts thematisieren. Es ist durchaus gewollt, dass dabei – ausgehend z.B. von liberalen, kommunitaristischen oder marxistischen Paradigmen – kontroverse Positionen vertreten werden. Vertreten sind Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen, die sich kritisch mit den juristischen und philosophischen Aspekten des Rechts befassen.

Ausführliches Programm und weitere Informationen unter www.migrationsrecht2016.eu

Kontakt: migrationsrecht2016@gmail.com

Programm

 

Freitag, 30. September

 

Begrüßung 9.30

 

I. Einführung   9.40 – 11.00

Dr. Frederik von Harbou: Grobstrukturen des Migrationsrechts

Jekaterina Markow: Migration als Thema der Philosophie

Prof. Dr. Holger Hoffmann: Vom besonderen Polizeirecht zu .... was eigentlich? - Überlegungen zur dogmatischen Entwicklung des Migrationsrechts

 

Pause 11.00 – 11.30

 

II. Grenzschutz und Sicherheitsparadigma 11.30 – 13.00

Emilia Jawad & Kevin Fredy Hinterberger: Die (unionsverfassungsrechtliche) Prä-misse „verstärkter Bekämpfung illegaler Einwanderung“ – eine politikwissenschaftliche und juristische Analyse

Dr. Matthias Lehnert: Auslagerung von Verwaltung durch Agenturen – Am Beispiel der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex

 

Pause: Mittagessen13.00 – 14:30

 

III. Zugänge und Ausschlüsse 14:30 – 16:00

Pauline Endres de Oliveira/ Johanna Gördemann: Legaler Zugang zu Schutz in der EU – eine kritische Perspektive

Prof. Dr. Paul Tiedemann: Ambivalenz der Zielsetzung im internationalen und europäischen Flüchtlingsrecht

 

Pause 16:00 – 16:30

 

IV. Gibt es ein Recht auf globale Freizügigkeit? 16:30-18:15

Andreas Cassee: Globale Bewegungsfreiheit

Dr. Rainer Keil: Recht auf globale Freizügigkeit aus Kant'scher Perspektive

Dr. Stefan Schlegel: Staaten als Institutionengefüge, Migration als Marktzugang – die unterbehandelte Perspektive des Migrationsrechts

 

Pause 18:15 – 18:30

 

Filmvorführung 18:30 – 20:00

Daniela Swarowsky (Regie) „Messages from Paradise“ (40 Min) mit anschließender Diskussion

 

Samstag, 1. Oktober

 

I. (Heraus-)Forderungen des Flüchtlingsrechts 10.00 – 11.30

Prof. Dr. Andreas Funke: Auf dem Weg zu einer Rechtsethik des Flüchtlingsrechts

Helene Heuser: Zufluchtsstädte: Eine Idee der transnationalen und lokalen Flüchtlingsaufnahme

 

Pause 11.30 – 11.45

 

II. Fragilität des Souveränitätsparadigmas 11:45 – 13:15

Dr. Dana Schmalz: Das Hirsi Dilemma. Bedingungen der Einklagbarkeit von Ansprüchen auf Zugang

Tim Wihl: Juristischer Lokalismus. Was es bedeutet, Grenzen konsequent als kontingent zu behandeln

 

Pause: Mittagessen 13.15 – 14:45

 

III. Integration: Begriff und Kritik 14:45 – 16:00

Prof. Dr. María do Mar Castro Varela: Kritik des Integrationsbegriffs (Arbeitstitel)

Dr. Johannes Eichenhofer: „Integration“ als Topos des Migrationsrechts

 

Pause 16:00 – 16:30

 

IV. Autonomie der Migration, Autonomie der Migrant*innen 16:30 – 18:15

Dr. Serhat Karakayali: Autonomie der Migration (Arbeitstitel)

Dr. Larissa Vetters: Das autonome Rechtssubjekt im Migrationsrecht neu denken: Agency, voice und legal subjectivity als Kategorien empirischer Rechtsforschung mit Aufschlussfunktion für Rechtsdogmatik und Migrationsethik?

Dr. Stefania Maffeis: Die Grenze des Rechts – Theorien und Praktiken der transnationalen städtischen Staatsbürgerschaft

 

Pause 18:15 – 18.30

 

Podiumsdiskussion: Konkrete Utopien des Migrationsrechts 18:30 – 20:00

RA’in Berenice Böhlo /

Prof. Dr. Stefan Gosepath /

Prof. Dr. Bernd Ladwig

 
 
 
 

 

Eva Erman (Stockholm University)

“Global Political Legitimacy beyond Justice and Democracy?”

Comment: Thomas Christiano (University of Arizona)